Wärme- und Schall- Schutz

Bauphysikalische Hinweise, nicht nur für Wohngebäude 5.1.05 he/2.5.07he

Im Zuge der Neuordnung des Energieeinsparungsgesetzes wird u. a. eine absolute Dichtheit der Wohn-/Gebäudehülle angestrebt. Richtig, denn es spart Energie und es entsteht kein Wärmeverlust infolge ungewollter Lüftung. Allerdings leidet die teuer erkaufte Wohnqualität erheblich darunter. Ausreichendes Lüften muss sein! Nur so können Schadstoffe und übermäßige Feuchte abgeführt, Schimmelbildung vermieden und die Population von Hausstaubmilben abwehrt werden.

Kurz ein Wort zu den Außenwänden. Die Mauerwerksfuge ist wärmetechnisch ein Schwachpunkt und muss daher möglichst klein gehalten werden. Statt einer 12 mm dicken Lagerfuge sollte eine nur ~2 mm dicke ‚Klebefuge’(mauern im Dünnbettverfahren) gewählt werden. Besondere Steine hierzu sind ausreichend vorhanden. Unvermörtelte Stoßfugen unter Verwendung von Zahnziegel sind, obwohl baurechtlich zugelassen und Stand der Technik, bauphysikalisch äußerst bedenklich. Eine ideale, maßhaltige Verzahnung ist infolge des Brennvorganges in der Praxis nicht zu realisieren. Die Durchlässigkeit von Nässe bei Schlagregen ist sichtbar und wörtlich zu nehmen. Was aber ein Stoff im flüssigen Zustand leicht schafft, schafft ein Stoff im gasförmigen Zustand erst recht!

Im Klartext:

Offene Stoßfugen sind ein weiterer, erheblicher Energieverschwender, solange das Mauerwerk unverputzt ist!

Es gilt: Innen- und Außenputz können dieses Manko nur bedingt beheben, denn alle Putze reißen und Risse sind niemals luftundurchlässig!

Fazit:

Auch Stoßfugen sollten vollflächig vermörtelt sein.

Wie lüfte ich richtig?

Wohnungslüftung bedeutet meistens dauernd geöffnete Fenster und damit den Verlust wertvoller Heizungswärme. Je besser ein Gebäude wärmegedämmt ist, umso stärker fallen die Verluste ins Gewicht. Bei einem Niedrigenergiehaus beträgt der Lüftungsverlust etwa 35%(!). Eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung schafft hier Abhilfe, doch sie gibt es nicht zum Nulltarif. Außerdem entstehen in aller Regel durch einzubauende Aggregate permanent Stromkosten, die die Effizienz mindern.

Für ein gesundes Raumklima empfehle ich als Faustformel alle 2 Std. einen kompletten Luftausgetauscht. Der Wert muss den individuellen Nutzungsverhältnissen (Küche, Bad, WC Wohnzimmer, Schlafzimmer) angepasst sein und kann selbstverständlich modifiziert werden. Einen kompletten Luftaustausch erreichen Sie am Schnellsten durch Querlüftung. Je nach Temperaturdifferenz (Außen – Innen) und Windverhältnissen genügen oft schon 2 Minuten. Während der Heizperiode sollte eine Querlüftung nicht länger als 5 Minuten betragen, weil sonst die Gefahr des Abkühlens der Wände und Einrichtungsgegenstände gegeben ist, welche wiederum kostenträchtig aufgeheizt werden müssen.

Dauerlüften mittels gekippter Fenster ist in der kalten Jahreszeit grundsätzlich falsch, weil angrenzende Gebäudeteile (Decke, Leibungen, Fensterbänke) und Einrichtungsgegenstände nachhaltig auskühlen und dann bei geschlossenen Fenstern anfangen zu ‚schwitzen’. Dies wiederum führt in den Bauteilen (Leibungen, Decken) oft zu Schimmelbildung.

Der Vollständigkeit halber eine Empfehlung zu den Raumtemperaturen:

·        Küchen zählen zu den Nassräumen. Die Temperatur sollte dauerhaft 17° nicht unterschreiten. Kurz vor, während und mind. kurz nach der  Essenszubereitung wenigstens 20°. Dazu kurze Lüftungsintervalle um entstehende hohe Luftfeuchte abzuführen (sonst Gefahr der Schimmelbildung).

·        WC: Es treten in der Regel keine spontanen hohen Luftfeuchten auf. Fenster während der Heizperiode geschlossen halten und immer mal kurz lüften. Die Temperatur sollte dauerhaft 17° nicht unterschreiten.

·        Das Bad ist ein echter Nassraum. Die Temperatur sollte 17° niemals unterschreiten. Normaltemperatur 23°. Kurz vor, während und kurz nach der Benutzung 25°. Nach der Nutzung mehrmals ½-stündlich gut lüften um die Luftfeuchtigkeit abzusenken, sonst Schimmelgefahr! Übriges Lüftungsverhalten wie WC. Bäder niemals in Schlafräume entlüften, es drohen dort Nässeschäden! Bei direktem Zugang zu Wohnzimmern und für den Fall, dass parfümierte Gerüche nicht stören, kann der Luftfeuchtigkeitsaustausch mit Wohnräumen deren rel. Feuchte, die im Winter meist zu gering ist, sinnvoll sein und anheben.

·        Wohnräume nicht unter 17° (Nachtabsenkung), normal 21°. Lüftungsverhalten wie oben allgemein beschrieben.

·        Schlafräume nicht unter 16°, normal 18°.

Luftfeuchtigkeit:

Eine Luftfeuchtigkeit um 50% rel. ist normal. Wir Europäer fühlen uns bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 45 – 60% jeweils bei Temperaturen zwischen 17 und 23°C am wohlsten. Kurze Unter- bzw. Überschreitungen sind unbedenklich. Längerfristige Abweichungen sollten durch gezielte Gegenmaßnahmen vermieden werden. Dies gilt insbesondere auch für Arbeitsplätze.

ENERGIEPASS:    >     Siehe  Bauphysik

Sie erhalten von mir eine komplette Wärmeschutzberechnung einschließlich ausführlicher Beratung und die Ausstellung eines Energiepasses für geplante Bauten und für bestehende Wohnungen, Häuser etc. Treten Sie mit mir in Verbindung.                                                                                Ich unterbreite Ihnen gern ein Angebot.

Oft ist es sinnvoll eine Dampfdiffusionsberechnung signifikanter Gebäudeteile anzufertigen. Dies ist insbesondere bei Schimmelbildung von Bedeutung. Auch hier bin ich gern behilflich.