Holzbau

Holz und Holzbau ist ein so komplexes Thema, dass es hier nur sehr unvollkommen in Bruchstücken behandelt werden kann.

 

Praktisch überall dort, wo Menschen ansässig sind, gibt es Holz. Es ist ein nachwachsender Naturbaustoff, der, wenn man ihn klug und umsichtig behandelt, praktisch unbegrenzt zur Verfügung steht. Durch seine Fähigkeit Kohlenstoff in Sauerstoff umzuwandeln, leistet er ei­nen entscheidenden Anteil daran, dass es Tiere und uns Menschen überhaupt gibt und dass wir gedeihlich in weltumspannender Atmosphäre leben dürfen.

Holz wird neben Brennstoff hauptsächlich als Baustoff in mannigfaltiger Weise genutzt. Nicht zu vergessen ist Holz auch als Werkzeug. Noch heute gibt es genügend Holzpflüge die den Boden unserer Erde bearbeiten.

Erste Bauweisen haben dem Menschen als Ersatzhöhlen gedient. Man baute ein niedriges, kugelsegmentartiges Stabgerippe aus Pfählen und ‚Sparren’, flocht Zweige dazwischen und deckte das Ganze mit einer möglicht wasserundurchlässigen Lehmtonschicht ab. So hatte man Schutz vor Tieren und den Unbilden der Natur. Diese Bauweise ist noch heute in nur leicht abgewandelter Form bei Massaistämmen in Ostafrika zu beobachten. Lehm wird mit tieri­schem Dung und Stroh, bzw. getrockneten Gräsern vermengt und schichtweise auf ein geglie­dertes Holzgerippe aufgetragen. Aus dieser Urform wurden Pfahlbauten, die auch heute (nicht nur) bei den Naturvölkern sehr beliebt sind.

Im Abendland mit seinen wechselnden Jahreszeiten wurden die Bauten deutlich solider. Aus armstarken Baumstämmen wurden massive Holzbalken die die Zimmerleute mit mannigfalti­gen Verbindungsarten zu einem fest gefügten Holzskelett (Fachwerk) zu verbinden wussten.

Bis etwa in den Anfang des 17. Jhds. sind letzte Ständerbauten nachweisbar. Diese haben über mehrere Geschosse durchgehende Stiele mit zwischengelegten Riegeln. Die Deckenbalken wurden direkt mit den Stielen verbunden. Balken- und Gespärreabstände von 1,20 m, entspre­chend den Stielabständen, waren keine Seltenheit. Die Deckenspannrichtungen sind äußerlich nicht sichtbar.
 

Das Bild zeigt ein im Abbruch befindliches, über zwei Geschosse geführtes stabiles Ständerfachwerk. Ungestoßene Stiele sowohl im Giebel als auch in der Längswand.

Streben im Giebel sorgen für ausrei­chende Quer­aussteifung. Die Längswände sind strebenlos.

Bauzeit um 1525. Wegen erheblicher, einsturzgefährdeter Instabilität erfolgte im Jahr 2005 nach mehr als 470 Jahren Standzeit der Abbruch. Brauchbare Hölzer wurden handwerklich demontiert und der restauratorischen Wiederverwendung zugeführt.   

Danach und bis heute werden die Fachwerke Geschossweise hergestellt. Jede Etage besteht aus einem separaten Fachwerkskelett.Die Deckenbalken liegen sicht­bar zwischen den Rähmen und zeigen ihre Spannrichtung an. In der Regel sucht man in den Gie­beln vergeblich nach Balken­köpfen. Aufwändiger und schö­ner anzuschauen sind allseitig sichtbare Köpfe mit umlaufen­den Rähmen. In diesem Fall werden die Endfelder der Holz­balkendecken mit Stichbalken gleichen Querschnitts versehen. Äußerlich ist die Deckenspannrichtung nicht mehr sicher zu bestimmen.
 
Zur Markierung des Hauptgebäudes wurden die Eckpfeiler oft mit besonderen Ornamenten verziert (Schmuckpfeiler) wie zum Beispiel nebenstehend als gewundene Seilverzierung dargestellt.Die Bauzeit des Gebäudes dürfte auf Anfang bis Mitte des 17. Jahrhunderts datierbar sein.Erkennbar ist dies an den schon wie vor beschriebenen relativ großen Balkenabständen, die noch deutlich an frühere Ständer­bauweisen erinnern.Typisch für die neuere Bauweise ist das nun mögliche Übersetzen der Außenwände,  die es erlaubte die Grundrisse in Länge und Breite jeweils um etwa je 10 cm zu vergrößern.

 

Mit viel Liebe zum Detail wurden im zweiten Bauabschnitt die Rähme und Schwellhölzer gestaltet. Die horizontale Seilverzierung wird um das „Durchhängen“ zu vermeiden in kurzen Abständen von angesetzten Köpfen getragen. Zwischen den Deckenbalken wird die Lücke ebenfalls mit Zierstäben geschlossen. Eine zugehörige mehrfarbliche Gestaltung würde die Handwerkskunst schon vom weiten sichtbar hervorheben.
 
Das Manko deutlicher Verformungen der Deckenbalken und der Unterzüge ist seit Langem passee. 
Bundesweite Vorschriften zur  Begrenzung der Durchbiegung verbieten diesen Zustand. 
 
Der Holzbau hat sich enormen fortentwickelt und erlaubt durch die Leimtechnik vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und weit gespannte Hoch- und Ingenieurbrückenbauten.  
 

Radwegebrücke über ein Fließgewässer

- eine Symbiose aus Holz und Stahl. Das Stahltragwerk wird durch den Bohlenbelag und die Seitenkonstruktionen kaschiert.
Zum vorbeugenden Holzschutz wurden die Querschnitte und deren Anordnung so gewählt,
dass Niederschlagswasser spontan abfließt.

 

Sie erhalten von mir die Tragwerksplanung einschließlich Konstruktionszeichnungen
für den  allgemeinen Hoch- und Brückenbau.