Bauphysikalische Hinweise, nicht nur für Wohngebäude 

Im Zuge der Neuordnung des Energieeinsparungsgesetzes wird u. a. eine absolute Dichtheit der Wohn-/Gebäudehülle angestrebt. Richtig, denn es spart Energie und es entsteht kein Wärmeverlust infolge ungewollter Lüftung. Allerdings leidet die teuer erkaufte Wohnqualität erheblich darunter. Ausreichendes Lüften muss sein! Nur so können Schadstoffe und übermäßige Feuchte abgeführt, Schimmelbildung vermieden und die Population von Hausstaubmilben abwehrt werden.

Kurz ein Wort zu den Außenwänden
Die Mauerwerksfuge ist wärmetechnisch ein Schwachpunkt und muss daher möglichst klein gehalten werden. Statt einer 12 mm dicken Lagerfuge sollte eine nur ~2 mm dicke ‚Klebefuge’(mauern im Dünnbettverfahren) gewählt werden. Besondere Steine hierzu sind ausreichend vorhanden. Unvermörtelte Stoßfugen unter Verwendung von Zahnziegel sind, ob­wohl baurechtlich zugelassen und ‚Stand der Technik’, bauphysikalisch äußerst bedenklich. Eine ideale, maßhaltige Verzahnung ist infolge des Brennvorganges in der Praxis nicht zu realisieren. Die Durchlässigkeit von Nässe bei Schlagregen ist sichtbar und wörtlich zu nehmen. Was aber ein Stoff im flüssigen Zustand leicht schafft, schafft ein Stoff im gasförmigen Zustand erst recht!

Im Klartext:
Offene Stoßfugen sind ein weiterer, erheblicher Energieverschwender, solange das Mauerwerk un­verputzt ist!

Es gilt: Innen- und Außenputz können dieses Manko nur bedingt beheben, denn alle Putze reißen und Risse sind niemals luftundurchlässig!

Fazit:

Auch Stoßfugen sollten vollflächig vermörtelt sein.

Wie lüfte ich richtig?
Wohnungslüftung bedeutet meistens dauernd geöffnete Fenster und damit den Verlust wertvoller Heizungswärme. Je besser ein Gebäude wärmegedämmt ist, umso stärker fallen die Verluste ins Ge­wicht. Bei einem Niedrigenergiehaus beträgt der Lüftungsverlust etwa 35%(!). Eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung schafft hier Abhilfe, doch sie gibt es nicht zum Nulltarif. Außer­dem entstehen in aller Regel durch einzubauende Aggregate permanent Stromkosten, die die Effi­zienz mindern.

Für ein gesundes Raumklima empfehle ich als Faustformel alle 2 Std. einen kompletten Luftaus­tausch. Der Wert muss den individuellen Nutzungsverhältnissen (Küche, Bad, WC Wohnzimmer, Schlafzimmer) angepasst sein und kann selbstverständlich modifiziert werden. Einen kompletten Luftaustausch erreichen Sie am schnellsten durch Querlüftung. Je nach Temperaturdifferenz (Außen – Innen) und Windverhältnissen genügen oft schon 2 Minuten. Während der Heizperiode sollte eine Querlüftung nicht länger als 5 Minuten betragen, weil sonst die Gefahr des Abkühlens der Wände und Einrichtungsgegenstände gegeben ist, welche wiederum kostenträchtig aufgeheizt werden müs­sen.

Dauerlüften mittels gekippter Fenster ist in der kalten Jahreszeit grundsätzlich falsch, weil angren­zende Gebäudeteile (Decke, Leibungen, Fensterbänke) und Einrichtungsgegenstände nachhaltig aus­kühlen und dann bei geschlossenen Fenstern anfangen zu ‚schwitzen’. Dies wiederum führt in den Bauteilen (Leibungen, Decken) oft zu Schimmelbildung.

Der Vollständigkeit halber eine Empfehlung zu den Raumtemperaturen:

·        Küchen zählen zu den Nassräumen. Die Temperatur sollte dauerhaft 17° nicht unterschreiten. Kurz vor, während und mind. kurz nach der Essenszubereitung wenigstens 20°. Dazu kurze Lüftungsintervalle um entstehende hohe Luftfeuchte abzuführen (sonst Gefahr der Schimmelbildung).

·        WC: Es treten in der Regel keine spontanen hohen Luftfeuchten auf. Fenster während der Heiz­periode geschlossen halten und immer mal kurz lüften. Die Temperatur sollte dauerhaft 17° nicht unterschreiten.

·        Das Bad ist ein echter Nassraum. Die Temperatur sollte 17° niemals unterschreiten. Normaltem­peratur 23°. Kurz vor, während und kurz nach der Benutzung 25°. Nach der Nutzung mehrmals ½-stündlich gut lüften um die Luftfeuchtigkeit abzusenken, sonst Schimmelgefahr! Übriges Lüftungsverhalten wie WC. Bäder niemals in Schlafräume entlüften, es drohen dort Nässeschä­den! Bei direktem Zugang zu Wohnzimmern und für den Fall, dass parfümierte Gerüche nicht stören, kann der Luftfeuchtigkeitsaustausch mit Wohnräumen deren rel. Feuchte, die im Winter meist zu gering ist, sinnvoll sein und anheben.

·        Wohnräume nicht unter 17° (Nachtabsenkung), normal 21°. Lüftungsverhalten wie oben allge­mein  beschrieben.

·        Schlafräume nicht unter 16°, normal 18°.

Luftfeuchtigkeit:

Eine Luftfeuchtigkeit um 50% rel. ist normal. Wir Europäer fühlen uns bei einer relativen Luft­feuchtigkeit von 45 – 60% jeweils bei Temperaturen zwischen 17 und 23°C am wohlsten. Kurze Unter- bzw. Überschreitungen sind unbedenklich. Längerfristige Abweichungen sollten durch ge­zielte Gegenmaßnahmen vermieden werden. Dies gilt insbesondere auch für Arbeitsplätze.

ENERGIEAUSWEIS:

Die Bundesregierung hat am 25. April 2007 beschlossen den Text der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) zu novellieren. Dieser Maßgabe hat der Bundesrat am 08. Juni 2007 zugestimmt. Da­nach muss spätestens ab dem 01. Juli 2008 für alle beheizten oder gekühlten Gebäude / Gebäude­teile ein Energieausweis (Energiepass) ausgestellt werden. Gebäude ≥50 qm Nutzfläche und denkmalgeschützte Bauwerke bedürfen keines Ausweises.

Der Energieausweis ist zu erstellen bei allen Neu-, Um-, Miet- und Leasinggebäuden. Ferner bei Ei­gentumswechsel und Wohnungsneuvermietungen. Gleichfalls bei Nutzungswechsel, Modernisierun­gen, An- Um- und Ausbauten, wenn eine ingenieurmäßige Berechnung des Energiebedarfs erforderlich ist (Regelfall). Der Ausweis gilt i.a. 10 Jahre.

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   Merke: 

   Ein Energieausweis gründetet sich grundsätzlich auf projektspezifischen Daten. Nur genaue Be­rechnungen liefern genaue Fakten. 

       Ein energetischer Ausweis kann immer nur so gut sein, wie diese zuvor ermittelten Daten.  

Sie erhalten von mir eine komplette Wärmeschutz-/Energiebedarfs- Berechnung einschließlich ausführlicher Beratung und die Ausstellung eines Energieausweises für geplante Gebäude, 

Um- und / oder Anbauten aller Art.                       

Treten Sie mit mir in Verbindung, denn

(Auszug aus: http://www.bmvbs.de/Anlage/original_1102022/EnEV-2009-Wichtige-Aenderungen-im-Ueberblick.pdf)  

seit dem 1. Oktober 2009 sind die Änderungen der novellierten Energieeinsparverordnung EnEV 2009 in Kraft getreten. Auch für Wohngebäude ist bei Verkauf oder Neuvermietung ein Energieausweise gesetzlich vorgeschrieben.

Ziel der novellierten EnEV ist es, den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich um etwa 30 Prozent zu senken. In einem weiteren Schritt sollen laut Integriertem Energie- und Klimaprogramm (IEKP) ab 2012 die energetischen Anforderungen nochmals um bis zu 30 Prozent erhöht werden.

Die Änderungen der EnEV 2009 im Überblick:

  • Neubauten: Die Obergrenze für den zulässigen Jahres-Primärenergiebedarf wird um durchschnittlich 30 Prozent verschärft.
  • Neubauten: Die energetischen Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle werden um durchschnittlich 15 Prozent erhöht, das heißt, die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss durchschnittlich 15 Prozent mehr leisten als bisher.
  • Altbau-Modernisierung: Bei der Modernisierung von Altbauten mit größeren baulichen Änderungen an der Gebäudehülle werden die energetischen Bauteilanforderungen um durchschnittlich 30 Prozent verschärft (z.B. Erneuerung der Fassade, der Fenster, des Dachs).

    Alternativ kann der Bauherr sich dafür entscheiden, auf das 1,4fache Neubau-Niveau zu sanieren. Dies betrifft die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und an die Wärmedämmung der Gebäudehülle.
  • Die Anforderungen an die Dämmung oberster nicht begehbarer Geschossdecken (Dachböden) werden verschärft. Oberste begehbare Geschossdecken müssen bis Ende 2011 eine Wärmedämmung erhalten. In beiden Fällen genügt aber auch eine Dämmung des Daches.

    Beibehalten wurde die Freistellung der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn der Eigentümer am 1.2.2002 in dem Haus gewohnt hat. Die Nachrüstpflichten sind von dem späteren Erwerber des Hauses innerhalb von zwei Jahren nach Eigentümerwechsel zu erfüllen.
  • Für Klimaanlagen, die die Feuchtigkeit der Raumluft verändern sollen, wird eine Pflicht zum Nachrüsten von Einrichtungen zur automatischen Regelung der Be- und Entfeuchtung vorgesehen.
  • Nachtstromspeicherheizungen, die älter als 30 Jahre alt sind, sollen in größeren Gebäuden außer Betrieb genommen werden und durch effizientere Heizungen ersetzt werden. Dies betrifft Wohngebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten und Nichtwohngebäude mit mehr als 500 Quadratmetern Nutzfläche. Die Pflicht zur Außerbetriebnahme soll stufenweise zum 1. Januar 2020 einsetzen.

    Es besteht keine Pflicht, wenn das Gebäude das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1995 erfüllt, der Austausch unwirtschaftlich wäre oder öffentlich-rechtliche Vorschriften den Einsatz von elektrischen Speicherheizsystemen vorschreiben (z. B. Festsetzungen in Bebauungsplänen).
  • Maßnahmen zum Vollzug der Verordnung werden verstärkt: Bestimmte Prüfungen werden dem Bezirksschornsteinfegermeister übertragen und Nachweise bei der Durchführung bestimmter Arbeiten im Gebäudebestand - so genannte Unternehmererklärungen - eingeführt. Außerdem werden einheitliche Bußgeldvorschriften bei Verstößen gegen zentrale Vorschriften der EnEV eingeführt. Verstöße gegen bestimmte Neu- und Altbauanforderungen der EnEV und die Bereitstellung und Verwendung falscher Daten beim Energieausweis werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Hinweis zur Anwendung datierter technischer Regeln in der EnEV

Im Zusammenhang mit dem Inkrafttreten der Änderungsverordnung zur Energieeinsparverordnung am 1. Oktober 2009 (EnEV 2009) sind - z. B. in Zusammenhang mit dem jüngst erschienenen Normblatt zur DIN V 18599 Teil 100 - in Fachkreisen Fragen zur Anwendbarkeit technischer Regeln aufgetreten.

Hierzu wird auf Folgendes hingewiesen:
Die Verordnung verweist wie bisher "statisch" auf zahlreiche technische Regeln, die mit einem bestimmten Ausgabedatum genannt sind. Öffentlich-rechtlich sind im Kontext der EnEV allein die in der Verordnung aufgeführten datierten technischen Regeln verbindlich. Neuherausgaben, Berichtigungsblätter und ähnliche technische Regeln sind für Zwecke der EnEV unbeachtlich, wenn sie im Text der Verordnung nicht genannt sind.

Ich unterbreite Ihnen gern ein Angebot.                                                                                                             

Oft ist es sinnvoll eine Dampfdiffusionsberechnung signifikanter Gebäudeteile anzufertigen.
Dies ist insbesondere bei Schimmelbildung von Bedeutung. Auch hier bin ich gern behilflich.